Die Ringelblume – ein Schatz in Deiner Hausapotheke

Luisa Xiaoyan Zhang |
|vom 14.01.2022

Schön, dass Du da bist! 

Diesmal möchten wir Dir eine besondere Pflanze etwas näher vorstellen: die Ringelblume. Botanisch gehört die gelb-orange blühende Pflanze zu den Korbblütlern. Ihre Verwandtschaft zu Gänseblümchen, Margerite, Löwenzahn oder Kamille ist offensichtlich. In Europa kannte man die heilende Wirkung der Pflanze schon im Mittelalter. In vielen Bauern- und Klostergärten wurde sie schon früh angebaut. In Europa spielt sie heute auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine wichtige Rolle. Denn die Ringelblume hat von ihrer Heilkraft einiges zu bieten.  

In der TCM wird ihr eine Wirkung auf Lungen-, Leber- und Herzmeridian zugeschrieben und kommt vor allem bei Leber-Qi-Stagnationen und Hitze- bzw. Wind-Hitze-Erkrankungen zum Einsatz. Wenn vor Deinem geistigen Auge nun ein paar Fragezeichen aufpoppen – keine Sorge: die Erklärung kommt jetzt. 

Die Leber, oftmals in der TCM auch als „Der General“ bezeichnet, ist in der asiatischen Heilkunst für den Fluss der Substanzen verantwortlich. Wenn Du Dich zurück erinnerst an den Blog-Eintrag zu den fünf Elementen, weißt du, dass die Leber dem Holz-Element zugeordnet wird. Es wird genährt vom Wasser und die dazugehörige Emotionen sind Wut und Ärger. Die Leber verteilt das Qi (also die Lebensenergie), das Blut und alle anderen fließenden Stoffe. Ist dieser freie Energie-Fluss bei einer Leber-Qi-Stagnation gestört, äußert sich das klassischerweise in Menstruationsbeschwerden (Schmerzen, starke Blutung) wie auch dem Prämenstruellen Syndrom (PMS), Migräne, Augentrockenheit, Verspannungen und Gelenksteifigkeit. In der TCM kommt die Ringelblume bei all diesen Symptomen gerne zum Einsatz.  

Eine weitere herausragende Eigenschaft der Ringelblume ist aus TCM-Sicht ihre Fähigkeit, Hitze und Schleim auszuleiten. Hitze steht in der TCM übersetzt in die westliche Medizin für Entzündungsprozesse im und am Körper. Wind-Hitze-Erkrankungen stehen für grippale Infekte,  Halsweh, Husten oder auch hohes Fieber. Da die Ringelblume zudem auch die Bronchien erweitert, unterstützt sie bei Erkältungskrankheiten insbesondere auch die Lunge. 

Du kannst dir übrigens auch ganz nebenbei mal was Gutes tun: Die orange-gelben  Blütenblätter der Ringelblume verschönern viele Speisen. Zum Beispiel als Dekoration auf dem Salat oder Süßspeisen oder in der Wasserkaraffe. Der Blütenstand in der Mitte der Blüte schmeckt bitter. Wenn du ein paar Blätter im Reiswasser mitkochst, gibt das eine schöne gelbe Farbe. Du kannst deiner Phantasie hier freien Lauf lassen.  

Übrigens gilt die Ringelblume auch als pflanzliches Hygrometer. Sie registriert Feuchtigkeit in der Luft und schließt sich dann. Ist die Blüte weit geöffnet, ist in den folgenden Stunden mit schönem Wetter zu rechnen, schließt sie sich, liegt Regen in der Luft.   

Bleibe fröhlich! 

Dein ELEMENTS OF FIVE-Team